Wind-Lotterie in Wetzlar - trotzdem flotte Zeiten im Sprint und über die Kurzhürden
  07.07.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Vom Winde verweht. Der Titel des Filmklassikers nach dem Roman von Margaret Mitchell passte prima zum nicht immer zulässigen „Anschub“ auf der Tartanbahn beim Einladungswettkampf des TV Wetzlar. Zeitweise blies der Rückenwind mit bis zu 3,7 Metern pro Sekunden über die Bahn, was für einige verfälschte Resultate sorgte.

In der Lahnstadt unterzogen sich auch die HLV-Kadermitglieder der Bereich Sprint sowie Kurz- und Langhürden einem Formtest. Bei den Frauen gefiel Siegerin Jennifer Montag (TSV Bayer 04 Leverkusen), die im ersten Lauf bei zulässigen Bedingungen sehr gute 11,30 Sekunden (+ 1,5 m/sec.) ablieferte und im zweiten Lauf diese Leistung mit 11,34 Sekunden (+ 1,0 m/sec.) nochmals bestätigte. Lokalmatadorin Lara Tornow (Sprintteam Wetzlar)  wurde im ersten Durchgang (4.) mit 11,66 Sekunden (+ 1,3 m/sec.) gestoppt, steigerte sich dann wenig später als Dritte auf 11,63 Sekunden und hakte die Bundeskader-Norm ab. Teamkollegin Antonia Dellert ließ als Siegerin in der U20 mit zweimal 11,81 Sekunden nichts anbrennen. Nachwuchstalent Holly Okuku (GSV Eintracht Baunatal), sie gehört noch der Altersklasse W15 an, überzeugte im ersten Rennen bei regulären Bedingungen mit 11,93 Sekunden. Die schnelle Schülerin lief dann auch noch die 200 Meter und wurde hier mit 24,80 Sekunden gestoppt. Den Sieg auf der halben Stadionrunde machten Jessica-Bianca Wessolly (MTG Mannheim/23,49 sec.) und die 400-Meter-Spezialistin Laura Müller (LC Rehlingen/23,55 sec.) unter sich aus.

Die Rennen der Männer litten dann deutlich stärken unter den schwierigen Windbedingungen. Im ersten Lauf setzte sich Elias Goer (Sprintteam Wetzlar) mit 10,34 Sekunden gegen Robby Welsch (SV Go Saarbrücken 05) durch, der 0,05 Sekunden länger unterwegs war. Nur einen Wimpernschlag hinter der Saarländer finishte Michael Pohl (Sprintteam) mit 10,40 Sekunden. Ein Rückenwind von 2,3 Metern pro Sekunden machte die Zeiten jedoch „unbrauchbar“. Im zweiten Rennen sorgte das zeitgleiche Duo Michael Pohl und Elias Goer (beide je 10,32 Sekunden für einen) Wetzlarer Doppelsieg, jedoch war der Anschub mit 3,7 Metern pro Sekunde auch hier deutlich zu stark. Über 200 Meter trug sich später noch Elias Goer (20,97 sec.) bei regulären Bedingungen in die Siegerliste ein, während die 21,08 Sekunden von Michael Pohl (+ 2,3) keine Berücksichtigung in den Statistiken finden werden. „Im Laufe der Saison traue ich Elias durchaus eine Zeit im Bereich von 20,70 Sekunden zu“, so Kadertrainer David Correll. Erwähnenswert noch die guten Sprintzeiten des M15ers Aaron Amenta (TV Groß-Gerau), der „gültige“ 11,18 Sekunden (100 Meter) bzw. 22,54 Sekunden (200 Meter) ablieferte. Felix Schlosser (LG Roßbach-Rodheim/2. Jahr U18) hatte bei seinen 10,85 Sekunden leider etwas zu viel Wind.

Über die Kurzhürden wurde Moritz Mainka (Wiesbadener LV) seiner Favoritenrolle vollauf gerecht. Der U20er siegte in 13,98 sowie 13,89 Sekunden (jedoch + 2,2 m/sec. und 2,4) in beiden Rennen und lief damit an die Spitze der deutschen Jahresbestenliste. Dem WLVler fehlen nur noch winzige 0,01 Sekunden zum Hessenrekord, was aber in den noch kommenden Rennen absolut machbar scheint. Über die „flachen“ 100 Meter wurde der Kaderathlet aus der Landeshauptstadt noch mit 10,77 Sekunden gestoppt. Aaron Giurgian (ASC Darmstadt/noch U18) brachte als beste Zeit über die 110 Meter Hürden 14,32 Sekunden ins Ziel. Ein tolles Rennen zeigte Hawa Jallow (WLV), die in der U18 über 100 Meter Hürden überzeugte und als Siegerin in 13,67 Sekunden bundesweit auf den ersten Platz stürmte. Zudem war die Mehrkämpferin noch über 200 Meter (24,52 sec./4.) unterwegs. Bei den Mädels der U20 zeigte Laury Clarius (LAV Kassel) über 100 Meter Hürden „reguläre“ 14,59 Sekunden. Eric Herbert (LG Eintracht Frankfurt) war bei den Männern auf der Stadionrunde mit den Hürden am Ende 54,48 Sekunden unterwegs. Beim weiblichen Nachwuchs setzte sich auf dieser Distanz Antonia Unger (TV Wetzlar/U20) in 63,25 Sekunden gegen Maren Eberhard (LG Eintracht Frankfurt/U18/65,14 sec.) sowie Marina Zachartschuk (Hünfelder SV/U20/66,99 sec.) durch.