Starke Leistungen und ein Karriereende bei Süddeutschen Meisterschaften im Bahngehen in Marburg

  20.09.2026    HLV Leistungssport Wettkampfsport

Am Samstag, den 19. September, versammelten sich die Geherinnen und Geher zum mittlerweile traditionellen Geher-Meeting im Marburger Georg-Gaßmann-Stadion. Traditionell deshalb, da der örtliche Ausrichter, der VfL 1860 Marburg, bereits das fünfte Jahr in Folge ein Wettkampfangebot im Gehen schafft und damit auch überregional Aufmerksamkeit erregt.

Eingebettet in den Marburger Geh- und Lauftag wurden das vierte Jahr in Folge die Süddeutschen Meisterinnen und Meister aller Altersklassen im Bahngehen ermittelt. Bemerkenswert ist hierbei, dass nicht nur Vereine und Athletinnen und Athleten der süddeutschen Leichtathletik-Verbände dem Ruf nach Marburg folgten, sondern sich zahlreiche Gäste aus allen Teilen Deutschlands und sogar aus Tschechien und den Niederlanden in Marburg an der Startlinie sammelten.

Der Wettbewerb der Männer ließ schon vor dem Start aufhorchen: So war das Feld mit 23 gemeldeten Athleten über die 5.000 m Distanz nicht nur sehr gut besetzt; ein erfolgreicher deutscher Geher kündigte über Instagram vor den Meisterschaften an, dass er seine Karriere in Marburg beenden und seinen sportlichen Abschied über die letzten 12,5 Runden geben werde: Carl Dohmann (Droste Running Team), zweifacher Teilnehmer an Olympischen Spielen (2016 und 2021) und mehrfacher Top-10-Finisher bei Weltmeisterschaften, war somit klarer Favorit auf den Meistertitel im Männerfeld. Nach dem Startschuss setzte sich Dohmann auch unmittelbar an die Spitze des Feldes und ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass er sich zum Abschluss seiner Leistungssportkarriere noch einmal einen Titel bei Süddeutschen Meisterschaften sichern möchte. Anfangs noch verfolgt vom U18-EM Teilnehmer Valentin Kräling (TSV Bayer o4 Leverkusen, außer Wertung startend), drehte Dohmann fortan alleine seine Runden an der Spitze des Feldes, um nach 21:02,95 min die Ziellinie als Erster zu überqueren. Das Podium im Männerfeld komplettieren der Vorjahressieger Andreas Janker (LG Röthenbach) als Zweiter und Steffen Meyer (SV Breitenbrunn) als Dritter.

Bei den Frauen war es Lokalmatadorin Britta Bauer (VfL 1860 Marburg), die sich in Saisonbestzeit, eine Woche nach DM-Gold in Troisdorf, auch den Titel bei den Süddeutschen Meisterschaften in 28:13,34 min erkämpfen konnte. Dicht gefolgt von Linda Betto (TuS Kelsterbach), die sich, ebenfalls mit Saisonbestleistung, in 28:30,40 min Silber sicherte. Das Podium vervollständigt Katrin Löwe-Steiß vom örtlichen Ausrichter, VfL 1860 Marburg.

Im männlichen Nachwuchs überzeugte Jakob Kellen (U18, Diezer TSK Oranien): Im Alleingang steigerte er seine persönliche Bestzeit um 30 Sekunden, ärgerte sich im Ziel trotzdem noch darüber, dass er das Brechen der "Schallmauer" von 25 Minuten um winzige 22 Hundertstel verpasste. Ebenfalls um über 30 Sekunden steigerte Felix Bauer (VfL 1860 Marburg) seine persönliche Bestzeit auf nunmehr 22:39,76 min. Damit sicherte er sich nicht nur die Goldmedaille in der U18, zugleich unterbot er bereits die Kadernorm für den NK1, allerdings hierbei den Richtwert für die bereits zwei Jahre älteren Jugendlichen (M17, 23:00,00 min). In der Altersklasse M14 gewann der Frankfurter Lino Kollmeyer Coelho (TV 1880 Preungesheim), der seinen Hausrekord um 13 Sekunden auf 13:45,33 min schrauben konnte. Damit erfüllt Kollmeyer Coelho deutlich den NK2-Richtwert des älteren Jahrgangs (M15, 14:00,00 min).

In der weiblichen Altersklasse U18 sicherte sich Samke Schwanke (Eintracht Frankfurt) ihren ersten Meistertitel bei Süddeutschen Meisterschaften, zugleich konnte sie die guten Wettkampfbedingungen nutzen, um ihre persönliche Bestzeit ein großes Stück auf 18:09,95 min zu verbessern. Vom SSC Hanau-Rodenbach ließ Nelly Frank aufhorchen, die in der Altersklasse W14 Gold mit einer Zeit von 17:21,55 min gewann. Damit nähert sich Frank sogar bereits der Norm für die U20-Hallen-DM an (17:00,00 min) - Frank ist jedoch erst 14 Jahre alt.

Im Rahmenprogramm, das in die Süddeutschen Meisterschaften eingebettet wurde, zeigte der Nachwuchs all sein Können. Stark vertreten war hier der VfL 1860 Marburg, der viele junge Talente auf die Bahn schickte. Die gute Nachwuchsarbeit des VfL 1860 Marburg zeigt sich darin, dass der VfL die Siegerinnen und Sieger in den Altersklassen M12 (Simon Bauer), M13 (Florian Erb) und W13 (Frieda Krause) stellt. In der Altersklasse W12 belegte die VfL-lerin Lene Ellenberger den Silberrang.

Die meisten Runden legten an diesem Tag Leo Köpp (LG Nord Berlin), Tabea Kiefer (Eintracht Frankfurt) und Ruta Ozolina (VfL 1860 Marburg) zurück. 25 Runden - 10 Kilometer, betrug ihre Wettkampfstrecke. Köpp, selbst zweifacher Olympiateilnehmer, unterstützte Kiefer im Rahmen eines Trainingswettkampfes. Ozolina, die am Tag des Wettkampfes Geburtstag feierte, machte sich selbst ein Geburtstagsgeschenk, indem sie es schaffte, ihr gestecktes Ziel von einer Stunde zu unterbieten: Nach 58:44,51 min überquerte sie die Ziellinie.

Einen tollen Abschluss fand der Marburger Geh- und Lauftag durch das 600 Meter Gehen der Jüngsten: Sechs Nachwuchstalente vom LSC Bad Nauheim sowie dem VfL 1860 Marburg wagten sich auf ihren, teilweise, ersten Gehwettkampf. Unterstützt wurden die jungen Sportlerinnen und Sportler von Carl Dohmann, der es sich nicht nehmen ließ, nach seinem Triumph im 5.000 m Gehen, noch einmal den Nachwuchs zu unterstützen und die 600 Meter gemeinsam mit ihnen zu gehen.

Ein großes Dankeschön an den VfL 1860 Marburg für die mittlerweile jahrelange Unterstützung durch regelmäßige Wettkampfangebote, an die Kampfrichterinnen und Kampfrichter sowie an die Rundenzählerinnen und -zähler, die zum Gelingen der Meisterschaften beigetragen haben.

Niklas Richter