Oliver Koletzko holt Weitsprungsieg in Essen, Maryse Luzolo mit gutem Start in die Freiluft-Saison, Hawa Jallow gefällt mit neuer Siebenkampf-PB
  13.07.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Der „Tag der Überflieger“ machte seinem Namen alle Ehre, denn auch eine Reihe von hessischen Leichtathleten überzeugte bei den horizontalen oder vertikalen Sprüngen in Essen. Nur eine Woche nach seinem Hessenrekord (7,72 m) trug sich Oliver Koletzko (Wiesbadener LV) erneut in die Siegerliste ein. Diesmal flog der Weitenjäger auf 7,42 Meter, gewann damit als U18er denn Wettkampf und gefiel zudem mit einer starken Serie. Gleich fünf gültige Sprünge, alle zwischen 7,22 und 7,42 Metern, können sich allemal sehen lassen. Auf Platz zwei der Konkurrenz landete mit 7,11 Meter Carl Junior Mireku Boateng (Hamburger SV/U20), der nach seiner schweren Verletzung (und OP) bei der letztjährigen Jugend-DM in Ulm langsam wieder an seine alte Form anknüpft. Juan-Sebastian Kleta (TV Gelnhausen/4. Gesamt) beendete die Konkurrenz mit 6,72 Metern als Zweiter der U18, wurde bei seinem besten Versuch doch etwas vom Gegenwind (- 1,2 m/sec.) abgebremst.   

Einen absolut gelungenen Einstieg in die Freiluft-Saison hatte Maryse Luzolo (Königsteiner LV). Die Zweite der Hallen DM von Leipzig wurde mit guten 6,45 Metern Zweite. Die Hessin musste lediglich Merle Homeier (LG Göttingen) den Vortritt lassen, die im letzten Durchgang 6,57 Meter markierte. Aber auch die zweitbeste Weite von Homeier (6,57 m) hätte zum Sieg gereicht. Luzolo konnte mit 6,35 Metern noch einen weiteren soliden „6er“ anbieten und präsentierte sich gut vorbereitet auf dem Weg zur DM in Braunschweig. Nathalie Buschung (LG Eintracht Frankfurt) landete als Fünfte bei 6,06 Metern in der Grube. Beim Nachwuchs der U20 trat Malin Stavenow (Wiesbadener LV) mit 5,87 Metern als Zweite die Heimreise nach Hessen an. Am Sieg von Nicola Kondziella (TV Wattenscheid/6,14 m) gab es nichts zu rütteln. Einzige heimische Dreispringerin in  Nordrhein-Westfalen war Sophia Ullrich (WLV), die nach Hop-Stop-Jump bei 12,30 Metern im Sand landete und Platz sieben bei den Frauen belegte.

Hoch hinaus ging es für Jenna Fee Feyerabend beim Hochsprung. Eine Woche nach ihrem gelungenen Siebenkampf lieferte sich die Athletin im Trikot des TV Groß-Gerau in der U20 ein spannendes Duell mit Charlotte Haas (LG Bünde-Ahle/Löhne). Am Ende meisterten beide Springerinnen starke 1,77 Meter. Da Haas alle Höhen gleich im ersten Versuch meisterte, ging der Sieg an sie. Kaderathletin Feyerabend, deren Schwerpunkt jedoch der Mehrkampf bleiben wird, zeigte einen rundum gelungenen Wettkampf und blieb nur knapp unter ihrem „Hausrekord“, den sie 2017 bei der DM (der W15) in Bremen sprang.

Als Gast-Athletin war Hawa Jallow (Wiesbadener LV) zu einem Mehrkampf nach Ulm gereist und lieferte dort eine ganz starken Siebenkampf (U18) ab. Der Schützling von Trainer Thorsten Groß gewann mit der neuen persönlichen Bestmarke von 5517 Zählern, ist damit bei der DM in Vaterstätten ganz sicher dabei und gehört bei den Titelkämpfen in Bayern auch zu den Anwärterinnen auf Edelmetall. Das Talent aus der Landeshauptstadt stieg mit guten 13,86 Sekunden über die 100 Meter Hürden in den Wettkampf ein. Die 1,58 Meter bedeuten zwar „PB“, doch der Hochsprung gehört nicht zu Hawas starken Disziplinen. Auch beim Kugelstoßen (11,80 m) besteht noch Luft „nach oben“. Stark dann die 12,19 Meter über 100 Meter am Ende des ersten Tages.

Die zweite Halbzeit wurde dann mit soliden 5,68 Metern beim Weitsprung eingeläutet. Es folgten gute 44,61 Meter mit dem Speer, wobei die WLVlerin bei einem Versuch hier stürzte und dann etwas vorsichtiger agierte. Ohne Druck endete der Siebenkampf dann mit 2:26,80 Minuten über 800 Meter. „Das war für den ersten Siebenkampf der Saison ein gelungenes Resultat. Für die DM traue ich Hawa durchaus eine Steigerung in den Bereich von 5600 Punkten zu“, so HLV-Mehrkampf-Trainer Philipp Schlesinger.