Neues Format: World Athletics Ultimate Championship startet in Budapest

  09.09.2026
Vom 11. bis 13. September findet in Budapest erstmals die World Athletics Ultimate Championship statt. World Athletics bewirbt die Veranstaltung als Wettbewerb, bei dem sich die aktuell besten Athletinnen und Athleten der Welt direkt messen sollen. Rund 360 Sportler:innen treten in 28 Disziplinen an – ohne die üblichen langen Qualifikationsrunden klassischer Meisterschaften.

Ein neues Format für drei Abende

Das Konzept unterscheidet sich vom Ablauf klassischer Meisterschaften. Statt eines vollständigen Programms konzentriert sich die Veranstaltung auf 28 ausgewählte Disziplinen. In vielen Laufwettbewerben gibt es zunächst Halbfinals, anschließend geht es direkt um den Sieg. Einige Wettbewerbe – etwa der 1500- und 5000-Meter-Lauf sowie die Staffeln – werden sogar als direkte Finals ausgetragen. Damit sollen die Wettkämpfe kompakter und kürzer werden.

Nach Angaben von World Athletics soll sich die Leichtathletik damit stärker als Sport-Show präsentieren. Drei Abendsessions, bekannte Namen und direkte Duelle sollen dafür sorgen, dass auch Zuschauer:innen dabeibleiben, die nicht jede Qualifikationsrunde einer Weltmeisterschaft verfolgen.

Unter den gemeldeten Athlet:innen sind mehrere Olympiasieger:innen, darunter Armand „Mondo“ Duplantis, Yaroslava Mahuchikh und Jakob Ingebrigtsen, sowie weitere Weltmeister:innen und Diamond-League-Sieger:innen der laufenden Saison.

 

Rekordpreisgeld und neue Regeln

Das Preisgeld liegt bei insgesamt zehn Millionen US-Dollar. Die Sieger:innen eines Einzelwettbewerbs erhalten 150.000 Dollar. Hinzu kommen weitere Neuerungen: Es wird beispielsweise keine geteilten ersten Plätze im Hoch- und Stabhochsprung geben. Auch bei den Wurfdisziplinen und den horizontalen Sprüngen wird das Format gestrafft: Statt der üblichen sechs Versuche gibt es hier nur vier Runden mit garantiert zwei Versuchen pro Athlet:in – wer patzt, hat also weniger Chancen, sich zu steigern. Beim 200-Meter-Lauf dürfen die Athlet:innen ihre bevorzugte Halbfinalbahn in einer live übertragenen Auswahl bestimmen. Statt klassischer Medaillen erhalten die Sieger:innen außerdem eine Trophäe.

 

Hessen mittendrin

Auch aus hessischer Sicht lohnt sich der Blick nach Budapest. Gleich mehrere Athleten haben sich für die Premiere qualifiziert.

Merlin Hummel – Eintracht Frankfurt

Im Hammerwurf gehört Merlin Hummel zum erlesenen Achterfeld. Der Athlet von Eintracht Frankfurt geht als deutscher Vizeweltmeister und -europameister in den Wettbewerb und liegt auf Rang drei der Qualifikationsliste. Damit wartet in Budapest ein echtes Duell der Weltklasse auf den Frankfurter. Hummel gehört seit Jahren zu den stärksten deutschen Hammerwerfern und hat sich mit seinen internationalen Leistungen auch im hessischen Sport einen Namen gemacht.

Owe Fischer-Breiholz – Königsteiner LV und Emil Agyekum – SCC Berlin

Auch Owe Fischer-Breiholz hat den Sprung nach Budapest geschafft. Der Athlet des Königsteiner LV ist seit 2025 in Hessen beheimatet und trainiert gemeinsam mit Agyekum am Bundesstützpunkt Frankfurt.

Für Fischer-Breiholz ist die Teilnahme eine weitere Station in einer bemerkenswerten Entwicklung. Der U23-Europameister hat sich innerhalb kurzer Zeit an die deutsche Spitze herangearbeitet. Bei der EM in Birmingham belegte er hinter Warholm und Agyekum den fünften Platz. In Budapest dürfte deshalb besonders interessant werden, wie sich das Trainingsduell der beiden Frankfurter Hürdenspezialisten auf der internationalen Bühne fortsetzt.

Kevin Kranz – Sprintteam Wetzlar

Hessischen Anteil gibt es außerdem in der deutschen Mixed-Staffel über 4x100 Meter durch Kevin Kranz vom Sprintteam Wetzlar. Er war bereits Teil der deutschen Mixed-Staffel, die bei der Europameisterschaft in Birmingham mit 40,11 Sekunden Silber gewann, und bringt seit Jahren internationale Erfahrung als fester Bestandteil der deutschen Sprintszene mit.

 

Eine große Bühne für hessische Athleten

Für die hessischen Athleten bietet die Ultimate Championship eine weitere Gelegenheit, sich international zu messen, schließlich stehen in Budapest nur Athlet:innen am Start, die sich über ihre Platzierungen der Saison dafür qualifiziert haben. Ein vollständiges Bild der Leichtathletik zeichnet der Wettbewerb allerdings noch nicht: Disziplinen wie Diskuswurf, Zehnkampf oder Marathon fehlen bislang im Programm. Ob sich das Format langfristig im Leichtathletik-Kalender etabliert, wird sich erst noch zeigen.

 

Hier geht es zur offiziellen Website.

ÖA