Nachbericht: Hessische Bilanz bei der Premiere der World Ultimate Championships

  15.09.2026    HLV Leistungssport Wettkampfsport
Bei der Premiere der World Athletics Ultimate Championships in Budapest haben gleich mehrere hessische Athleten auf sich aufmerksam gemacht.

Merlin Hummel triumphiert zum Auftakt

Den größten hessischen Erfolg lieferte Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) bereits am Eröffnungsabend. Im Hammerwurf setzte er sich schon mit seinem ersten Versuch an die Spitze und warf 81,46 Meter – eine Weite, die von der Konkurrenz nicht mehr erreicht wurde, selbst als sich Hummel bei der ersten Drehung im zweiten Versuch stürzte. Europameister Bence Halász (Ungarn) kam ihm mit 80,30 Metern am nächsten, Rang drei ging an Mykhaylo Kokhan (Ukraine, 78,90 m). Olympiasieger Ethan Katzberg schied dagegen bereits nach zwei ungültigen Versuchen aus.

Damit wurde Hummel nicht nur zum ersten deutschen Sieger der neuen Wettkampfserie, sondern sicherte sich mit 150.000 US-Dollar auch die höchste Einzelprämie im gesamten Bewerb.

 

Kevin Kranz mit der Mixed-Staffel auf Rang sechs

Auch Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) war am ersten Abend im Einsatz – als Startläufer der deutschen 4x100-Meter-Mixed-Staffel. Neben ihm liefen Jolina Ernst, Robin Ganter und Sina Kammerschmitt, die im Vergleich zur EM-Silberstaffel von Birmingham neu zusammengestellt war. Trotz der ungewohnten Konstellation gelangen die Wechsel weitgehend reibungslos: Das Quartett kam nach 40,85 Sekunden auf Platz sechs ins Ziel. Den Sieg holte sich die US-Staffel in 39,64 Sekunden, nur zwei Hundertstel über dem noch nicht ratifizierten Weltrekord aus Jamaika.

 

Emil Agyekum pulverisiert Deutschen Rekord – mit Frankfurter Wurzeln

Auch der Bundesstützpunkt Frankfurt hatte Grund zur Freude: Dort trainiert neben Owe Fischer-Breiholz auch Emil Agyekum (SCC Berlin), der am Schlusstag für die Schlagzeile des Tages sorgte. Im Finale über 400 Meter Hürden steigerte er seinen eigenen Deutschen Rekord auf 47,10 Sekunden und wurde damit Vierter – Rang neun der ewigen Weltbestenliste. Vorne setzte sich Alison dos Santos (Brasilien; 45,98 sec) vor Rai Benjamin (USA; 46,40 sec) und Karsten Warholm (Norwegen; 46,78 sec) durch.

 

Owe Fischer-Breiholz ohne Finaleinzug

Owe Fischer-Breiholz (Königsteiner LV) mussste sich in Budapest dagegen geschlagen geben. Im zweiten Halbfinale über 400 Meter Hürden startete der Trainingspartner von Emil Agyekum von der ungünstigen Bahn zwei – Bahn eins blieb unbesetzt. In der ersten Rennhälfte hielt der Königsteiner noch gut mit, doch ein Strauchler nach der siebten Hürde brachte ihn aus dem Tritt und kostete wertvolle Zeit. Dabei geriet er kurz auf die Innenbahn eins, was wenige Minuten nach dem Zieleinlauf die Disqualifikation zur Folge hatte. Ursprünglich hätte die Zeit von 48,93 Sekunden für Rang sechs gereicht.

Für den U23-Europameister, der zuletzt bei der EM in Birmingham noch auf Rang fünf lief, passt der Vorfall in eine etwas vom Pech verfolgte Saison.

 

Mit Merlin Hummels Sieg und Emil Agyekums Deutschem Rekord lieferte der Bundesstützpunkt Frankfurt gleich zwei der emotionalen Höhepunkte der gesamten Premiere. Kevin Kranz trug mit einem soliden Staffeleinsatz zum deutschen Auftritt bei. Für Owe Fischer-Breiholz dürfte vor allem der Rekord seines Trainingspartners zusätzliche Motivation für die kommende Saison sein.


Hier geht es zu den Ergebnissen.

ÖA