Medaillen, Titel und WM-Norm: Hessens Leichtathleten stark bei der Hallen-DM

  02.03.2026
Drei Tage lang verwandelte sich die Dortmunder Helmut-Körnig-Halle in das Zentrum der deutschen Leichtathletik. Vor jeweils ausverkauftem Haus mit rund 4.000 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern lieferten sich die besten deutschen Athletinnen und Athleten vom 27. Februar bis 1. März 2026 spannende Duelle um Titel, Medaillen und WM-Tickets. Lautstarke Unterstützung, enge Entscheidungen und zahlreiche Bestleistungen prägten eine Meisterschaft, die in vielerlei Hinsicht Maßstäbe setzte und bei der sich auch hessische Athletinnen und Athleten eindrucksvoll in Szene setzten.

Einen der emotionalsten hessischen Momente des Wochenendes erlebte die Königsteiner LV gleich am Eröffnungsabend. Nele Weßel gewann über 3.000 Meter ihren ersten deutschen Meistertitel überhaupt und das in überzeugender Manier. Die 26-Jährige ließ sich zunächst im Pulk mitziehen, bevor sie auf der Schlussrunde ihre läuferische Stärke ausspielte und die Konkurrenz stehen ließ. Mit 9:01,35 Minuten verbesserte sie gleichzeitig ihre persönliche Bestleistung und stellte die deutsche Jahresbestleistung auf. Auf einen geplanten Start über 1.500 Meter musste Weßel im weiteren Verlauf der Meisterschaft verzichten, Wadenprobleme und der Blick auf die Hallen-WM in Torun ließen keine andere Wahl. Vereinskollegin Jana Becker durfte sich ebenfalls über eine besondere Auszeichnung freuen: Sie wurde im Rahmenprogramm der Meisterschaften als weibliche Jugend-Leichtathletin des Jahres 2025 geehrt. Und auch Jan Dillemuth trug die Königsteiner Farben im 1.500-Meter-Finale der Männer, wo er zeitweise zur Spitzengruppe gehörte, am Ende aber knapp außerhalb der Medaillenränge ins Ziel kam.

Über 3.000 Meter der Männer bewies Marc Tortell vom Athletics Team Karben, dass man auch ohne intensive Hallenvorbereitung Großes leisten kann. Der Mittelstrecken-Spezialist, der sich eigentlich auf Straßenrennen über zehn Kilometer fokussiert hatte, mischte das hochkarätig besetzte Feld gehörig auf und sicherte sich mit einer neuen Hallenbestzeit von 7:50,09 Minuten die Bronzemedaille, für ihn eine faustdicke Überraschung. Auch die beiden weiteren hessischen Athleten überzeugten am Freitagabend mit persönlichen Bestleistungen: Christop Maximilian Schrick (Königsteiner LV; 7:55,65 Minuten) und Sebastian Hauf (SSC Hanau-Rodenbach; 8:02,88 Minuten).

Im Sprint sorgte Kevin Kranz vom Sprintteam Wetzlar für einen hessischen Glanzmoment. Im packenden 60-Meter-Finale der Männer, in dem gleich fünf Athleten die Hallen-WM-Norm unterboten, sprintete Kranz in 6,56 Sekunden zu Silber, nur eine Hundertstelsekunde hinter dem neuen Deutschen Meister Owen Ansah. Vereinskamerad Aaron Giurgian wiederum krönte eine von Verletzungen und Rückschlägen geprägte Zeit mit einer Bronzemedaille über 60 Meter Hürden.

Besonders stark war die Ausbeute von Eintracht Frankfurt, die gleich drei Athleten auf das Podium brachte. Fred Isaac Fleurisson schrieb dabei die bemerkenswerteste Geschichte: Der Mehrkämpfer, der erst Anfang Februar bei den Deutschen Siebenkampf-Meisterschaften aufgefallen war, krönte sein Wochenende mit dem Deutschen Meistertitel über 60 Meter Hürden. In 7,77 Sekunden, damit erneut persönliche Bestleistung, ließ er die Konkurrenz hinter sich und beendete damit eine lange Phase, in der er immer wieder knapp am Podium vorbeischrammte. Smilla Kolbe wiederum zeigte im 800-Meter-Finale der Frauen großen Mut: Sie übernahm früh das Tempo und riss das Feld auseinander, wurde auf den letzten Metern jedoch von Tanja Spill noch abgefangen. Mit Silber in 2:03,29 Minuten durfte die Frankfurterin dennoch zufrieden sein. Komplettiert wurde das Eintracht-Podium von Marvin Heinrich, der sich im 1.500-Meter-Finale der Männer trotz einer hartnäckigen Erkältung die Bronzemedaille in 3:41,46 Minuten erkämpfte.

 


Alle Fotos © Jens Priedemuth
 

LB