Hessische Bilanz aus Hannover: Gebhardt und Merkel als Aushängeschilder, breite Basis im Nachwuchs

  04.09.2026    Deutsche Meisterschaften HLV Leistungssport Wettkampfsport
Bei der Mehrkampf-Deutschen-Meisterschaft im Erika-Fisch-Stadion von Hannover ging für den Hessischen Leichtathletik-Verband zwar kein Edelmetall an den Start zurück nach Hause – dafür aber eine ganze Reihe solider bis starker Auftritte über alle Altersklassen hinweg. Von der U23 bis zur W14/M14 waren hessische Athletinnen und Athleten in nahezu jedem Wettbewerb vertreten.

Bjarne Gebhardt bester Hesse des Wochenendes

Das stärkste hessische Resultat bei den Aktiven lieferte Bjarne Gebhardt (Eintracht Frankfurt) im Zehnkampf der männlichen U23. Mit soliden Leistungen über das gesamte Programm – überzeugend vor allem im Speerwurf (57,91 m) und im Stabhochsprung (4,40 m) – kam der Frankfurter auf 6.901 Punkte und belegte damit Rang fünf von elf gewerteten Athleten. Auf den Bronzerang fehlten am Ende rund 165 Zähler, insgesamt aber ein Ergebnis, das Gebhardt nah an die Spitze der deutschen U23-Zehnkämpfer heranrücken lässt.

In der Siebenkampf-Konkurrenz der Frauen belegte Gina-Marie Schmidt (TSV Eintracht Stadtallendorf) mit 4.445 Punkten Rang 24.

 

U20: Anabel Gajic nah dran, drei weitere Hessinnen im Feld

Bei der weiblichen Jugend U20 mischte Anabel Gajic (SV Fun-Ball Dortelweil) im vorderen Mittelfeld mit. Mit starken 26,85 Sekunden über 200 Meter und soliden Leistungen in den übrigen Disziplinen kam sie auf 4.763 Punkte und wurde Sechste – nur rund 235 Zähler von Bronze entfernt. Dahinter komplettierten Pauline Waskow (TV Gelnhausen, 4.467 Punkte, Rang 14), Leonie Kottwitz (TSG Wehrheim, 4.262 Punkte, Rang 22) und Paula Vitze (LG Eppstein-Kelkheim, 4.044 Punkte, Rang 24) ein starkes hessisches Quartett in dieser Altersklasse.

Bei den Männern der U20 traten Dion Hähner (TSV Heiligenrode, 6.045 Punkte, Rang 17) und Ricardo Apostel (LAV Kassel, 5.756 Punkte, Rang 24) an.

 

U18: Merkels Kugel-Bestwert im Feld

Im Zehnkampf der männlichen U18 sorgte Andrej Merkel (Wiesbadener LV) für den vielleicht auffälligsten Einzelwert aus hessischer Sicht: Mit 15,58 Metern im Kugelstoßen erzielte er die weiteste Weite im gesamten Starterfeld dieser Altersklasse. Zusammen mit soliden Leistungen in den übrigen Disziplinen reichte das zu 6.534 Punkten und Rang acht. Keanu Liam Ludwig (TV Echzell) kam mit 6.470 Punkten auf Platz elf.

Bei den Frauen der U18 zeigte Lisa Joy Dück (TV Wetzlar) mit 4.816 Punkten und Rang 14 eine ordentliche Vorstellung, Ella Schubert (TV Windecken) wurde mit 4.443 Punkten 23. Für Lina Harjes (LG VfL/SSG Bensheim) endete der Wettkampf dagegen schon im ersten Bewerb vorzeitig.

 

Der hessische Nachwuchs: breit aufgestellt

Auch in den jüngeren Altersklassen war der HLV gut vertreten. Bei der weiblichen Jugend W15 lieferte Ella Becker (LAV Kassel) das beste Resultat aller hessischen Nachwuchsathletinnen und -athleten ab. Als Nummer 23 der Meldeliste gestartet, steigerte sie sich mit persönlicher Bestleistung von 3.732 Punkten auf Rang vier – nur 23 Zähler hinter Bronze. Bemerkenswert war die Ausgeglichenheit über alle sieben Disziplinen. In der W14 kam Lena Rittmeier (LG Reinhardswald) auf 3.499 Punkte und Rang zwölf.

Bei den Jungen der M15 zeigte Aaron Lukas Pompetzki (LSC Bad Nauheim) mit 5.030 Punkten und Platz zwölf eine solide Leistung, Theo Berger (Eintracht Frankfurt) wurde mit 4.866 Punkten 20. Zwei weitere Frankfurter beziehungsweise nordhessische Starter, Ferdinand Taschke (Eintracht Frankfurt) und Max Gerlach (GSV Eintracht Baunatal), mussten ihre Neunkämpfe vorzeitig abbrechen. In der M14 sammelte Henry Malik (LC Olympia Lorsch) 4.599 Punkte und wurde 14.

 

Zwar blieb eine Medaille für die hessischen Mehrkämpferinnen und Mehrkämpfer in Hannover aus. Die Bilanz mit rund 20 gemeldeten Athletinnen und Athleten über nahezu alle Altersklassen hinweg zeigt aber eine solide Basis: Mit Bjarne Gebhardt, Anabel Gajic, Andrej Merkel und Ella Becker gab es gleich vier Ergebnisse, die nur einen überschaubaren Punkteabstand zum Podium aufwiesen – ein Signal, dass der hessische Mehrkampf-Nachwuchs auf einem guten Weg ist.

 

Nicht am Start waren dagegen einige der bekanntesten hessischen Mehrkämpfer:innen. Das hat weniger mit der Mehrkampf-DM selbst zu tun als mit dem dicht getakteten Saisonkalender: Anders als bei den Einzeldisziplinen, wo die DM im Juli vor der EM lag und über die Nominierung mitentschied, findet die Mehrkampf-DM erst Ende August statt, wenn die internationalen Saisonhöhepunkte für etablierte Kaderathlet:innen bereits gelaufen sind oder parallel anstehen.

Vanessa Grimm (Königsteiner LV) ist nach der EM in Birmingham auch aktuell weiterhin international im Siebenkampf unterwegs. Amadeus Gräber (Eintracht Frankfurt) hatte bei der EM in Birmingham als starker Achter sein internationales Debüt gegeben und krönte seine Saison stattdessen zeitgleich zur DM beim ISTAF in Berlin mit Silber im Dreikampf (100 m, Diskus, 1.500 m) hinter Leo Neugebauer und vor Niklas Kaul.

 

 

Alle weiteren Informationen und Ergebnisse gibt es hier.

ÖA