Hessens Leichtathletik-Asse räumen bei der DM ab
Stabhochsprung
Im Stabhochsprung zeigte Mehrkämpfer Amadeus Gräber von Eintracht Frankfurt seine Stärke und sicherte sich mit übersprungenen 5,20 Metern den vierten Platz. Damit bestätigte er seine bisherige Freiluft-Saisonbestleistung.
Am Freitag sicherte sich Sarah Franziska Vogel (Eintracht Frankfurt) die Bronzemedaille im Stabhochsprung. Mit übersprungenen 4,30 Metern stellte sie ihre Saisonbestleistung ein und unterstrich damit ihre starke Form.
Frauen
Im 800-Meter-Finale der Frauen ging Titelverteidigerin Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) das Rennen von Beginn an offensiv an und belohnte sich mit ihrem zweiten Deutschen Meistertitel. Jana Marie Becker (Königsteiner LV) geriet zu Beginn des Rennens in eine ungünstige Position, kämpfte sich jedoch mit einer starken zweiten Runde zurück und sicherte sich in 2:02,72 Minuten die Silbermedaille. Das Podium komplettierte Lara Tortell vom Athletics Team Karben als dritte hessische Athletin.
Über 400 Meter Hürden setzte sich Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg) souverän durch und gewann ihren dritten Deutschen Meistertitel. Der Erfolg in Wattenscheid war für die Hürdenspezialistin besonders bedeutend, da sie dort bereits in der U18 ihren ersten Deutschen Meistertitel gewinnen konnte. Die Bronzemedaille ging an Yasmin Amadacho (Frankfurt Athletics), die mit einer Saisonbestleistung von 56,37 Sekunden überzeugte.
Im Diskuswurf zeigte Leia Braunagel (Eintracht Frankfurt) ein starkes Finale, das immer wieder durch die parallel stattfindenden Sprintläufe auf der Bahn unterbrochen wurde. Mit 63,15 Metern sicherte sie sich den dritten Platz – ihre erste Medaille bei den Aktiven im Rahmen einer Freiluft DM. Da mit Marike Steinacker eine der EM-Norm-Athletinnen vor ihr angeschlagen ist, besteht für Braunagel durchaus noch die Chance, im Falle eines verletzungsbedingten Ausfalls für die Europameisterschaft nachzurücken.
Auch im Hammerwurf gab es einen hessischen Doppelerfolg: Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt) setzte bereits im ersten Versuch mit einer Weite über 70 Meter ein Ausrufezeichen. Im fünften Durchgang legte sie nach, bestätigte klar ihre Favoritenrolle und verteidigte mit 71,38 Metern ihren Deutschen Meistertitel. Vereinskollegin Samantha Borutta komplettierte den Erfolg mit starken 69.71 Metern und der Silbermedaille. Damit sehen wir beide in Birmingham wieder.
Männer
Im 100-Meter-Finale der Männer waren gleich zwei Hessen vertreten. Heiko Gussmann vom Sprintteam Wetzlar sprintete in persönlicher Bestleistung von 10,06 Sekunden zum Deutschen Vizemeistertitel und erfüllte damit zugleich die EM-Norm – eine starke Leistung, mit der er sich nur dem deutschen Rekordhalter Owen Ansah geschlagen geben musste. Sein Teamkollege Kevin Kranz komplettierte den Erfolg mit einer Saisonbestleistung von 10,16 Sekunden und sicherte sich die Bronzemedaille.
Auch über 800 Meter gab es Grund zur Freude: Tom Stöber vom TV Wetzlar erkämpfte sich in einem spannenden Finale in 1:49,27 Minuten den dritten Platz. Den Titel sicherte sich Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) in 1:48,44 Minuten vor Adrian Engstler (TV Villingen, 1:48,96) – für den erst 21-jährigen Stöber ein starkes Ergebnis und die Bestätigung seiner guten Form.
Im 1.500-Meter-Finale standen gleich fünf hessische Athleten an der Startlinie. Marc Tortell vom Athletics Team Karben überzeugte dabei besonders und lief in 3:38,69 Minuten auf den zweiten Platz – geschlagen geben musste er sich dabei nur dem deutschen Rekordhalter Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig), der in 3:35,33 Minuten den Titel holte. Für die Familie Tortell gab es damit doppelten Grund zur Freude, nachdem bereits Schwester Lara über 800 Meter Bronze gewonnen hatte.
Über 400 Meter Hürden lief Owe Fischer-Breiholz (Königsteiner LV) zu einer starken Saisonbestleistung von 48,08 Sekunden und musste sich dabei nur seinem Trainingspartner und deutschem Rekordhalter Emil Agyekum geschlagen geben. Das Podium komplettierte Lasse Schmitt (Königsteiner LV), der sich über die Bronzemedaille freuen durfte. Bereits im Halbfinale hatte er seine persönliche Bestleistung um mehr als eine halbe Sekunde auf 49,41 Sekunden verbessert. Auch Josua Abuaku (Eintracht Frankfurt) und Lukas Glöckner (LSG Goldener Grund Selters/Ts.) überzeugten im Halbfinale mit Saison- beziehungsweise persönlichen Bestleistungen
Im Hammerwurf gab es gleich doppelten Grund zur Freude: Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) verteidigte seinen Titel und krönte sich mit 79,18 Metern erneut zum Deutschen Meister. Dahinter setzte Sören Klose (Eintracht Frankfurt) ein Ausrufezeichen: Nach langer Verletzungspause holte er mit persönlicher Bestleistung von 78,18 Metern den Vizemeistertitel und erfüllte zudem die EM-Norm. Das Eintracht Duo darf also gemeinsam in Birmingham den Hammerring unsicher machen.
Staffeln Jugend U20
Auch die U20-Staffeln der Eintracht Frankfurt sorgten für starke Ergebnisse. Bei den männlichen U20 sicherte sich das Quartett über 4x400 Meter in der Besetzung Luca Barowski, Jannik Gutmann, Jan de Weerth und Oskar Krauss den Deutschen Vizemeistertitel.
Bei der weiblichen U20 lief die 4x400-Meter-Staffel in einem spannenden Rennen ebenfalls auf das Podium. Sonja Schwab, Finja Ponndorf, Mara Pilkowski und Julia Badenhausen holten für die Eintracht Frankfurt die Bronzemedaille.
Weitere hessische Top-8 Platzierungen
Männer
- Platz 5 - Tim Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim) - Hammerwurf - 65,94 m
- Platz 5 - Marius Karges (Eintracht Frankfurt) - Diskuswurf - 57,28 m
- Platz 5 - Tristan Kaufhold (SSC Hanau-Rodenbach) - 5000 m - 14:14,37 min
- Platz 6 - Charles Okai (Frankfurt Athletics) - 800 m - 1:50,80 min
- Platz 6 - Joshua Abuaku (Eintracht Frankfurt) - 400 m Hürden - 50,82 sec
- Platz 6 - Matteo Maulana (Eintracht Frankfurt) - Diskuswurf - 54,18 m
- Platz 7 - Christoph Maximilian Schrick (Königsteiner LV) - 1500 m - 3:43,89
- Platz 7 - Jacob Geiß (Eintracht Frankfurt) - Stabhochsprung - 5,00 m
- Platz 7 - Simon Schmitt (Frankfurt Athletics) - Speerwurf - 72,33 m
- Platz 8 - Laurin Fliedner (TV Waldstraße Wiesbaden) - 1500 m - 3:44,05 (PB)
- Platz 8 - Fred Isaac Fleurisson (Eintracht Frankfurt) - 110 m Hürden - 14,48 sec
- Platz 8 - Lukas Glöckner (LSG Goldener Grund Selters/Ts.) - 400 m Hürden - 52, 71 sec
Frauen
- Platz 4 - Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) - 100 m - 11.30 sec
- Platz 5 - Holly Okuku (GSV Eintracht Baunatal) - 200 m - 23,27 sec
- Platz 5 - Finja Köchling (Eintracht Frankfurt - Weitsprung - 6,46 m
- Platz 6 - Jana Marie Lowka (Eintracht Frankfurt) - Speerwurf - 52,87 m
- Platz 8 - Carolina Schäfer (TG Schwalbach) - 5000 m - 16:00,01 min
- Platz 8 - Lilly Urban (Eintracht Frankfurt) - Speerwurf - 52,22
Ausblick: Die EM 2026 in Birmingham
Für die zahlreichen hessischen Athletinnen und Athleten, die sich bei den Deutschen Meisterschaften die Norm gesichert haben, geht der Blick nun klar Richtung Birmingham. Vom 10. bis 16. August 2026 steigt dort im neu ausgebauten Alexander Stadium die Leichtathletik-Europameisterschaft – erstmals in der Geschichte der Titelkämpfe wird eine Leichtathletik-EM in Großbritannien ausgetragen.
An sieben Wettkampftagen mit insgesamt 14 Sessions werden über 1.600 Athletinnen und Athleten aus mehr als 48 Nationen um 50 Goldmedaillen kämpfen – 24 bei den Frauen, 24 bei den Männern sowie zwei Mixed-Wettbewerbe. Neu im Programm ist dabei die 4x100-Meter-Mixed-Staffel, außerdem werden erstmals auch Geher-Wettbewerbe über die Marathon- und Halbmarathondistanz ausgetragen – eine Disziplin, in der mit Christopher Linke und Johannes Frenzl bereits zwei Athleten (Ibeide Eintracht Frankfurt) ihr EM-Ticket in der Tasche haben.
Wie entscheidend die DM für die endgültige Nominierung war, hing dabei von der jeweiligen Disziplin ab: Wer die EM-Norm in dieser Saison bereits erfüllt hatte, sicherte sich mit Platz eins oder zwei bei der DM die vorrangige Nominierung. In Disziplinen, in denen es insgesamt nicht mehr Normerfüllerinnen und Normerfüller als zur Verfügung stehende Startplätze gab, reichte hingegen bereits die Teilnahme aus – der Kampf um die EM-Tickets war also je nach Disziplin unterschiedlich eng.
Für Athletinnen und Athleten, die die Direktnorm bereits in der Vorsaison 2025 erzielt hatten, war zudem eine Bestätigungsleistung gefordert. Wer die Norm dagegen erst bei den Deutschen Meisterschaften selbst erfüllte, empfahl sich damit ebenfalls für eine mögliche Nominierung.
Diese hessischen Athletinnen und Athleten haben die EM-Direktnorm erfüllt:
| Athlet:in | Verein | Disziplin | Saisonbestleistung | EM-Norm |
|---|---|---|---|---|
| Leia Braunagel | Eintracht Frankfurt | Diskuswurf | 64,96 m | 61,00 m |
| Eileen Demes | TV 1861 Neu-Isenburg | 400 m Hürden | 54,91 sec | 55,30 sec |
| Owe Fischer-Breiholz | Königsteiner LV | 400 m Hürden | 48,36 sec | 49,00 sec |
| Johannes Frenzl | Eintracht Frankfurt | Gehen Marathon | 3:10:09 h | 3:11:00 h |
| Amadeus Gräber | Eintracht Frankfurt | Zehnkampf | 8.345 Pkt. | 8.300 Pkt. |
| Vanessa Grimm | Königsteiner LV | Siebenkampf | 6.381 Pkt. | 6.320 Pkt. |
| Rebekka Haase | Sprintteam Wetzlar | 100 m | 11,04 sec | 11,18 sec |
| Merlin Hummel | Eintracht Frankfurt | Hammerwurf | 81,27 m | 77,50 m |
| Chelsea Kadiri | Sprintteam Wetzlar | 100 m | 11,17 sec | 11,18 sec |
| Marius Karges | Eintracht Frankfurt | Diskuswurf | 69,47 m | 65,50 m |
| Smilla Kolbe | Eintracht Frankfurt | 800 m | 1:58,99 sec | 1:59,80 sec |
| Aileen Kuhn | Eintracht Frankfurt | Hammerwurf | 72,11 m | 71,50 m |
| Christopher Linke | Eintracht Frankfurt | Gehen Marathon | 3:05:44 h | 3:11:00 h |
| Sören Klose | Eintracht Frankfurt | Hammerwurf | 78,18 m | 77,50 m |
| Heiko Gussmann | Sprintteam Wetzlar | 100 m | 10,06 sec | 10,15 sec |
*Die offizielle Nominierung durch den DLV steht noch aus.
Ergänzend haben auch am Bundesstützpunkt Frankfurt trainierende Athletinnen und Athleten von Vereinen aus anderen Landesverbänden die EM-Norm erfüllt und bei den Deutschen Meisterschaften starke Leistungen gezeigt:
Emil Agyekum (SCC Berlin) krönte seine extrem starke Saison mit dem Titel des Deutschen Meisters über 400 Meter Hürden. In herausragenden 47,65 Sekunden stellte er dabei einen neuen Meetingrekord auf und sicherte sich zugleich sein EM-Ticket.
Über 200 Meter verpasste Sophia Junk (LG Rhein-Wied) eine Medaille bei den Deutschen Meisterschaften nur um Haaresbreite: In 22,93 Sekunden belegte sie den 4. Platz und lag damit gerade einmal 1 Hundertstelsekunde hinter der Bronzemedaille.
Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) sicherte sich über 3.000 Meter Hindernis souverän den Deutschen Meistertitel und stellte dabei mit 9:24,40 Minuten einen neuen Meetingrekord auf. Damit löste sie zugleich das Ticket für die EM.
Ebenfalls über 3.000 Meter Hindernis lief Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier) zu einem starken 2. Platz. In 9:27,08 Minuten unterstrich sie ihre gute Form und ist damit gemeinsam mit Gesa Felicitas Krause offiziell für die Europameisterschaft nominiert.
Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: So bereiten sich beispielsweise die Werferinnen und Werfer in einem eigenen Pre-Camp im Olympischen und Paralympischen Leistungszentrum Kienbaum gezielt auf die Europameisterschaft vor, während die Sprinterinnen und Sprinter sowie die Hürdensprinterinnen und Hürdensprinter ihr Pre-Camp direkt am Bundesstützpunkt Frankfurt absolvieren.
Die Wettkämpfe werden in Deutschland live in ARD und ZDF übertragen, sodass die Fans die Auftritte der hessischen Athletinnen und Athleten bequem von zuhause aus mitverfolgen können. Wer lieber vor Ort dabei sein möchte, kann sich noch Tickets für das Alexander Stadium über die offiziellen Kanäle sichern.
Von der Breite in die Spitze
Die Deutschen Meisterschaften haben einmal mehr gezeigt, wie viel Breite und Spitze in der hessischen Leichtathletik stecken. Mit beeindruckenden Meetingrekorden, hart erkämpften Meistertiteln und zahlreichen persönlichen Bestleistungen haben die hessischen Athletinnen und Athleten unter Beweis gestellt, zu welcher Form sie in dieser Saison aufgelaufen sind. Vom Diskusring über die Laufbahn bis zum Hammerwurfkreis setzten die Sportlerinnen und Sportler aus Hessen Ausrufezeichen und sicherten sich dabei nicht nur Edelmetall, sondern in vielen Fällen auch das Ticket für die Europameisterschaft in Birmingham. Als einer der zentralen Bundesstützpunkte im deutschen Leichtathletik-Verband bildet der Standort Frankfurt seit Jahren das Rückgrat für die Entwicklung vom Nachwuchs- bis zum Spitzensport – ein System, das sich auch in diesem Jahr wieder ausgezahlt hat.
Wir gratulieren allen Athletinnen und Athleten zu diesen Leistungen und den damit verbundenen EM-Nominierungen. Der HLV und ganz Hessen drücken nun die Daumen für einen erfolgreichen Auftritt bei der Europameisterschaft im August. Auf nach Birmingham!
Alle Fotos: Jens Priedemuth