Hessen glänzt in Sindelfingen
Jugend-Hallen-DM U20
200 Meter: Philip Stroh pulverisiert seine Bestzeit
Philip Stroh vom ASC Darmstadt feierte im 200-Meter-Finale der männlichen U20 einen emotionalen Triumph. Nach einem Jahr voller Verletzungen, darunter ein Muskelfaserriss im Sommer und Probleme mit der Achillessehne im Winter, meldete sich Philip eindrucksvoll zurück. Schon im Halbfinale unterbot er seine alte Bestzeit um zwei Zehntel. Im Finale legte er mit 21,53 Sekunden noch einmal nach und verbesserte seine Hallen-Bestleistung erneut deutlich.
Auch Luca Barowski von Eintracht Frankfurt stand auf dem Podest. Mit 21,75 Sekunden sicherte er sich nicht nur die Bronzemedaille, sondern übertraf dabei auch seine bisherige persönliche Bestleistung.
Cheftrainer Sprint/Hürde Linus Krüger und Landestrainer Sprint/Bob Niclas Hartel kommentierten die Leistungen der hessischen Sprinterinner und Sprinter: "Im Kurzsprint konnten die vielen hessischen Athleten mit einigen persönlichen Bestleistungen und Saisonbestleistungen punkten. Bereits am Samstag erreichte Julia Badenhausen (Eintracht Frankfurt) das Finale über 60m Hürde und wurde Siebte. Einen schönen Abschluss bat am Sonntag das 200m Finale der männlichen Jugend mit Philip, Luca und Adrian Fliedner (VfL Altenstadt) auf den vierten Platz mit 21,79 s."
1500 Meter: Piet Hoyer souverän auf der Mitteldistanz und Pauline Kleesiek läuft aufs Podest
Piet Hoyer vom Königsteiner LV setzte sich im Finale durch und sicherte sich in 3:54,96 Minuten den deutschen U20-Meistertitel. Entsprechend zufrieden zeigte sich Trainer Benjamin Stalf mit der taktischen Umsetzung: "Piet lief von Anfang bis Ende ein taktisch hervorragendes Rennen, hielt sich aus allem raus und war, als es auf die letzten 500m ging, mit vorne dabei. Dass er den langgezogenen Spurt für sich entscheiden konnte, zeigt seine hohe Qualität im jungen Alter."
Im Finale der weiblichen U20 über 1500 Meter sicherte sich Pauline Kleesiek vom LAV Kassel mit 4:34,03 Minuten die Bronzemedaille, knapp vor Luise Brzoska von Eintracht Frankfurt.
3000 Meter: Doppelpodest für Hessen
Beim letzten Wettbewerb der Meisterschaft sicherten sich gleich zwei hessische Athletinnen einen Platz auf dem Podest. Carlotta Schäfer von der TG Schwalmach belegte mit persönlicher Bestleistung von 9:47,67 Minuten Rang zwei, während Pauline Kleesiek ihre zweite Bronzemedaille mit ebenfalls persönlicher Bestleistung von 9:47,80 Minuten gewann.
Benjamin Stalf, Cheftrainer Lauf, zog ein sehr positives Fazit: "Die Veranstaltung war aus Laufsicht sehr erfolgreich. Viele junge Athletinnen und Athleten haben deutliche Leistungssteigerungen gezeigt und haben zur nationalen Spitze aufgeschlossen. Die vier Medaillen durch Piet Hoyer (Gold, 1500 m), Carlotta Schäfer (Silber, 3000 m) und Pauline Kleesiek (Bronze, 1500 m/3000 m) waren jeweils sehr stark. Mit Amelie Tortell, Luise Brzoska, Soumia Broum, David Bohr und Tim Völker hat man weitere Talente, die auch in den nächsten Jahren um Medaillen mitkämpfen können."
4x200 Meter: Eintracht Frankfurt holt Silber und Bronze
Auch in den Staffeln zeigten die Sprinterinnen und Sprinter von Eintracht Frankfurt starke Leistungen. Das Männerquartett mit Luca Barowski, Oskar Krauss, Tome Jähne und Jan de Weerth erreichte im Finale nach 1:28,21 Minuten den zweiten Platz und sicherte sich die Silbermedaille hinter dem Team aus Leverkusen. Die Frauenstaffel mit Emmanuella Adusei, Finja Ponndorf, Julia Badenhausen und Jelena Bennewitz belegte den dritten Platz und gewann Bronze.
Winterwurf-DM Aktive und Jugend bis U18
Markus Münch, Bundestrainer Diskuswurf am Standort Frankfurt, äußerte sich nach den Meisterschaften sehr positiv: „Aus hessischer Sicht war es eine sehr erfolgreiche Meisterschaft. Für die Erwachsenen diente der Wettkampf als gute Standortbestimmung auf dem Weg zum Sommer mit der verbundenen Qualifikation für den European Throwing Cup für die Siegerin im Hammerwurf Aileen und den beiden Silbermedaillen von Leia und Marius. In der Jugend war es das erste Highlight des Jahres. Sowohl Emmy, als auch Matti konnten sich im Duell der U18 Diskuswerferinnen und U20 Hammerwerfer am Ende durchsetzen und somit motiviert in das Training in Richtung Sommer einsteigen.“
Hammerwurf Frauen: Aileen Kuhn trotzt dem Dauerregen
Trotz strömenden Regens zeigte Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt) eine konstante und starke Serie. Die Frankfurterin setzte bereits im zweiten Versuch mit 68,29 Metern die Bestweite aller Konkurrentinnen und produzierte ausschließlich gültige Würfe jenseits der 65-Meter-Marke. Damit sicherte sie sich souverän den Deutschen Meistertitel bei den Frauen. Dahinter kam mit 67,97 Metern ihre Vereinskameradin Samantha Borutta. Beide empfahen sich zugleich für einen Start beim EA-Wurf-Cup in Nikosia Mitte März.
Kathrin Klaas ergänzte: „Aileen steigerte ihre Winterwurf-Leistung um über vier Meter im Vergleich zu 2025. Das war Doppelsieg Nummer zwei für Hessen.“
Hammerwurf Männer: Tim Steinfurth holt Gold
Auch im Männerbereich konnte Tim Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim) überzeugen. In Abwesenheit von Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) setzte er sich im Hammerwurf gegen die Konkurrenz durch und holte mit einer Weite von 66,92 m Gold für Hessen. Kai Hurych (KSV Fürth 04) erreichte den vierten Rang (64,59 m).
Diskuswurf Frauen: Leia Braunagel dreifach auf Bestleistung
Eine bemerkenswerte Serie zeigte Leia Braunagel (Eintracht Frankfurt) im Diskuswurf der Frauen. Die Hessin übertraf gleich dreimal ihre alte Bestleistung und kam am Ende auf 61,49 Meter – Platz zwei hinter der überragenden Olympia-Vierten Marike Steinacker (TSV Bayer 04 Leverkusen; 64,12 m). Gleichzeitig sicherte sich Braunagel mit dieser Leistung einen Startplatz beim EA-Wurf-Cup in Nikosia.
Diskuswurf Männer: Marius Karges holt Silber für Eintracht Frankfurt
Im Männer-Diskus landete Marius Karges (Eintracht Frankfurt) mit 60,73 Metern knapp hinter dem starken Titelgewinner Steven Richter (LV 90 Erzgebirge; 64,25 m) auf Platz zwei. Damit sicherte sich der Frankfurter Silber, ebenfalls einen Startplatz beim EA-Wurf-Cup in Nikosia und unterstreicht einmal mehr die Wurfstärke der Eintracht in dieser Saison.
Hammerwurf U20: Erstmals über 70 Meter – Matti Hummel siegt mit Bestleistung
Das persönliche Highlight des Wochenendes für einen hessischen Athleten gelang Matti Hummel (Eintracht Frankfurt). Der U20-Hammerwerfer überschritt in Sindelfingen erstmals in seiner Karriere die magische 70-Meter-Marke, und das gleich zweimal. Nach 70,17 Metern in Versuch zwei folgte im abschließenden sechsten Durchgang der Siegeswurf von 71,57 Metern. Damit steigerte er seinen Hausrekord um knapp zwei Meter und holte sich souverän den Deutschen U20-Meistertitel im Hammerwurf.
Auch Silber blieb in Hessen: Max Baier (TV Fränkisch-Crumbach) verbesserte seine Bestleistung auf 69,56 Meter.
„3x Gold, 2x Silber bei insgesamt sechs hessischen Starterinnen und Startern im Hammerwurf kann sich sehen lassen“, kommentierte Kathrin Klaas, Landestrainerin Hammerwurf. „Allen voran Matti Hummel und Max Baier, die im U20-WM-Jahr mit Bestleistungen glänzten.“
Diskuswurf U18 weiblich: Emmy Pfouga kämpft sich zum Titel
Den vielleicht kämpferischsten Sieg eines hessischen Talents feierte Emmy Pfouga (ASC Darmstadt) im Diskuswurf der weiblichen Jugend U18. Nach zwei Versuchen unterhalb der 40-Meter-Marke befreite sich die Darmstädterin im dritten Durchgang mit 44,39 Metern aus ihrer Nervosität. Im fünften Versuch folgte dann die Siegesweite: 45,23 Meter. Dabei musste sie zittern, als Vizemeisterin Marlene Sack sich noch auf 44,85 Meter steigerte. Pfouga durfte sich aber am Ende Deutsche U18-Meisterin nennen.
Diskuswurf U18 männlich: Nicolas Gogola holt Bronze im Diskuswurf
Nicolas Gogola von Eintracht Frankfurt belegte mit seinem dritten Wurf und einer Weite von 48,54 Metern den dritten Platz.
Herzlichen Glückwunsch an alle Athlet:innen und Trainer:innen!