Erfolgreiche hessische Geherinnen und Geher bei internationalem Geher-Meeting

  27.10.2026    HLV Leistungssport Wettkampfsport

Am Samstag, dem 24. Oktober 2026, trafen sich über 250 Geherinnen und Geher aus 27 Nationen im sächsischen Zittau, nur einen Steinwurf von der polnischen und tschechischen Grenze entfernt. Das „World Athletics Race Walking Tour Silver Level Meeting“ hat sich über die letzten Jahre einen beachtlichen Namen in der Szene erarbeitet, sodass sogar Teilnehmer aus fernen Ländern wie Kanada, Peru, Ecuador, Mexiko oder den USA in die Hochschulstadt im äußersten Südosten Sachsens anreisten.

Auch aus Hessen reiste eine kleine Delegation nach Zittau, um sich im internationalen Feld zu messen. Im ersten Start des Tages gingen gleich drei Wettbewerbe auf der 1-Kilometer-Runde im Weinaupark an den Start: Die jüngsten Athletinnen und Athleten konkurrierten über 1 km, 2 km sowie 3 km um die Podiumsplätze. Als insgesamt Dritte und in ihrer Altersklasse mit großem Abstand Erste überquerte Anna Sophie Bauer (VfL Marburg) nach 5:25 min die Ziellinie im 1-km-Gehen. Für Anna war es bereits die zweite Teilnahme in Zittau, bei ihrem Vorjahresstart war sie noch knapp eine Minute langsamer (6:17 min).

Lino Kollmeyer Coelho (TV Preungesheim), ebenfalls Teil des ersten Starts des Tages, absolvierte die 3 km in 13:50 min als schnellster Athlet. Damit blieb er bereits zum dritten Mal in dieser Saison unter der NK2-Norm des älteren Jahrgangs (14:00 min). Im selben Wettbewerb konnte Simon Bauer (VfL Marburg), der in diesem Jahr bei den Hessischen Hallenmeisterschaften sein Debüt über die 3-km-Distanz gab, seine persönliche Bestzeit um gleich 90 Sekunden auf nunmehr 15:31 min verbessern. Im nationalen Leistungsvergleich reiht er sich damit ganz vorne bei den bereits zwei Jahre älteren Konkurrenten ein.

Im Halbmarathonwettbewerb, einem der zwei Hauptwettkämpfe des Tages, durfte sich Leo Köpp (LG Nord Berlin, der fest am Bundesstützpunkt Frankfurt trainiert) nach einem taktisch gut eingeteilten Wettkampf über den zweiten Platz hinter dem schwedischen Vizeweltmeister von 2023 und Europameister von 2024, Perseus Karlström, freuen. Mit dem zweiten Platz ist sogar ein Preisgeld verbunden, das der Veranstalter dank des Silver-Level-Status in den Hauptwettbewerben an die Bestplatzierten auszahlt. Ebenfalls im Halbmarathon ging Tabea Kiefer (Eintracht Frankfurt) an den Start. Die als jahresbeste deutsche Frau über diese Distanz angereiste Athletin musste den Wettkampf aufgrund einer Oberschenkelverletzung leider vorzeitig beenden.

Im 10-km-Wettbewerb zeigte Britta Bauer (VfL Marburg) einen gleichmäßigen und couragierten Wettkampf, der am Ende mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 56:51 min gekrönt wurde.

Der abschließende 5-km-Wettbewerb wurde noch einmal mit gleich vierfacher hessischer Beteiligung bestritten. Felix Bauer (VfL Marburg) nahm sich Großes vor und visierte von Beginn an eine neue persönliche Bestzeit unter 22:30 min an. Dies gelang ihm zunächst auch: Nach 22:25 min querte er die Ziellinie. Die Freude wurde jedoch etwas getrübt, da auf der letzten Runde noch zwei Disqualifikationsanträge eingingen, die erst nach seinem Zieleinlauf beim Obmann vorlagen. In Verbindung mit dem bereits vorliegenden ersten Disqualifikationsantrag ergab sich daraus eine nachträgliche Zeitstrafe von 30 Sekunden, die der Gesamtzeit hinzugerechnet wurde. Somit lautete seine offizielle Endzeit 22:55 min. Trotz allem durfte sich Felix über eine starke Zeit freuen, seine bisherige Bestzeit liegt lediglich 16 Sekunden unter der offiziellen Endzeit von Zittau. Um die Erfüllung einer Kadernorm ging es für ihn nicht mehr, da er seine NK2-Norm bereits sicher in der Tasche hat.

Im selben Wettbewerb kämpfte Clara Heinzl (SSC Bad Sooden-Allendorf) von Beginn an um ein hochgestecktes Ziel: die Erfüllung der NK1-Norm (24:50 min). Der Erfüllungszeitraum endete mit dem Wettkampf in Zittau, sodass hier ihre letzte Chance bestand, sich für einen Kaderplatz zu empfehlen. Claras Bestzeit lag vor dem Wettkampf bei 25:53,89 min von den Deutschen Jugendmeisterschaften im Juli 2026. Somit war eine Leistungssteigerung von rund einer Minute nötig. Clara hielt von Beginn an das Tempo hoch und fand eine ideale Gruppe, mit der sie mitgehen konnte. 500 Meter vor dem Ziel stand bereits fest, dass die Normerfüllung gelingen würde. Damit nicht genug, setzte Clara noch einen beherzten Schlussspurt an und ging zeitgleich mit einer deutschen Konkurrentin vom LC Eilenburger Land als Zweitplatzierte in der WU18 über die Ziellinie. Ihre offizielle Endzeit von 24:16 min stellt die Krönung einer erfolgreichen Saison dar, die nun mit der Berufung in den NK1 des DLV endet.

Ebenfalls über die 5-km-Distanz ging Samke Schwanke (Eintracht Frankfurt) an den Start. Nach einem zweijährigen Schulaufenthalt in England war sie erst vor wenigen Monaten ins Gehtraining zurückgekehrt. Das im Vorfeld formulierte Ziel schien optimistisch: das Erreichen der DM-Norm für die U20-Hallenmeisterschaften (28:00 min). Samke war zuvor noch nie im Wettkampf über 3 km ein Tempo von unter 6:00 min/km gegangen, nun sollte sie über 5 km ein Tempo von 5:36 min/km absolvieren. Durch das Trainingslager im Vorfeld war jedoch klar, dass diese Zeit im Bereich des Machbaren lag. So zeigte Samke einen beherzten Wettkampf und kämpfte sich nach 27:52 min ins Ziel. Damit erreichte sie ihr Ziel und erfüllte die Norm für die U20-Hallen-DM.

Als weitere hessische Teilnehmerin ging Katrin Löwe-Steiß (VfL Marburg) über die 5 km an den Start. Auch Katrin kämpfte sich erfolgreich über die fünf Runden und wurde mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 32:37 min belohnt.

Niklas Richter