Betty Heidler und der HLV gratulieren Michael Deyhle
  24.09.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Glückwunsch zum 70. Geburtstag von Trainer-Legende Michael Deyhle, der von Frankfurt über Berlin nach China zog. Nun kommt Deyhle zurück nach Hessen und wird sich in Fränkisch-Crumbach niederlassen. Dort will er seine langjährige Erfahrung an Talente weitergeben. Die kleine Gemeinde im Odenwaldkreis ist als südhessisches Werfer-Zentrum vorgesehen. Nachfolgend gratuliert Deutschlands beste Hammerwerferin Betty Heidler ihrem langjährigen Coach.

Michael Deyhle ist 70 Jahre alt geworden. Eine Zahl, die ich mit ihm irgendwie gar nicht in Verbindung bringen kann, denn er ist immer so jung geblieben, dass er von seiner Art und seinem Typ Mensch einfach wesentlich jünger ist und denkt. Das mag sicherlich auch damit zu tun haben, dass er immer mit jungen Menschen gearbeitet hat und von ihnen umgeben war, aber es liegt ja auch an ihm, inwieweit er sich das auch annimmt.

Geboren und aufgewachsen ist er in Frankfurt und ich weiß, dass er nach der Schule und seinem Studium ein eigenes Fitnessstudio betrieben hat. Das hatte er tatsächlich auch ziemlich lang. Selbst aktiv war er zunächst als Ruderer. Dann hatte er bei seiner damaligen Partnerin mitbekommen wie die Leichtathleten trainiert haben und das kritisiert. Die Reaktion: Wenn er meint, er könnte es besser machen, dann soll er das auch einfach tun. Gesagt - getan. Micha übernahm die Leichtathletikgruppe der TSG Fechenheim. 

Irgendwann hat er dann mit Werfern trainiert und selbst auch Hammer geworfen. Er dachte sich, wenn ich sie trainieren will, muss ich auch wissen, wie es geht und sich anfühlt. Soweit ich weiß, stellten sich seine Erfolge auch sehr schnell ein.

Ich selbst hab ihn 1999 oder 2000 kennengelernt und war voller Ehrfurcht und hatte riesigen Respekt. Damals war er auf jeden Fall schon sehr erfolgreich und die Olympischen Spiele 2000 mit der Bronzemedaille habe ich nachts vor dem Fernseher live mitverfolgt.

Micha zeichnet sein enormer Ehrgeiz aus und der Wille, sich immer weiter zu verbessern und das Maximum aus den Athleten heraus zu holen. Er stellt alles nach hinten und fordert das auch von seinen Athleten. Er ist nie müde sich immer neue Gedanken, um neue Wege bzw. Übungen und Veränderungen zu machen. Er probiert und testet aus, fordert dabei auch immer das Feedback der Athleten ein. Dabei geht er natürlich auch Konflikte ein, geht unkonventionelle Wege und will immer die optimalen Bedingungen haben. Die besten Trainingslager waren immer sehr lange und sehr weit weg, denn dort wurde man nicht abgelenkt von Alltagsdingen. Sein roter Faden war das A und O für den Erfolg. Und auch an offiziellen Stellen war er nicht müde, für seine Ideen zu kämpfen und seine Philosophie zu vertreten. Dabei hat er sich natürlich nicht nur Freunde gemacht. Aber das war ihm zunächst egal.

Die Disziplin Hammerwurf ist untrennbar mit seinem Namen verknüpft und er hat sich einen nationalen wie internationalen erfolgreichen Ruf erabeitet. Darauf kann und sollte er sehr stolz sein.

Ich bin jedenfalls froh und dankbar und auch stolz darauf, dass ich bei ihm trainieren und viel Zeit mit ihm verbringen konnte. Als Athleten - Trainer - Gespann haben wir enorm viele Höhen und Tiefen erlebt und durchgestanden. Wir haben zusammen so viel erlebt, dass lässt sich schwer in Worte fassen. Es bleibt eine Verbundenheit bis heute, die einmalig und besonders ist. Ich freue mich, dass er noch in China erfolgreich war und jetzt seine Zelte wieder in Hessen aufschlägt. Ihn wieder öfter zu sehen und mich mit ihm auszutauschen - darauf freue ich mich!