Berglauf-DM: Erneute Überraschung durch Laura Hottenrott
  23.09.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Nach dem verpassten Marathon-Olympiastart holt sich die PSV Grün-Weiß-Läuferin nach dem Sieg beim Jungfrau-Marathon ihren ersten deutschen Meistertitel – bei den Deutschen Berglauf-Meisterschaften in Bad Kohlgrub – Starke hessische Läuferinnen holten insgesamt 6 Titel

„Das ist mein allererster Meistertitel“ freute sich Laura Hottenrott im Ziel vor der Hörnle Hütte auf 1386 m Höhe. Nach einer kurzen Arbeitszeit von 36:48 Minuten stand nach zahlreichen zweiten und dritten Rängen über 10 km und Halbmarathon der erste Titelgewinn fest. Eine Woche nach dem Überraschungscoup beim Jungfrau-Marathon setzte die im Frühjahr trotz einer Marathonsteigerung auf 2:28:02 Stunden an der Olympiateilnahme gescheiterte 29jährige im Trikot des PSV Grün-Weiß Kassel der „late season“ ein kleines Krönchen auf. Die favorisierte Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) war bereits am Ortsausgang von Bad Kohlgrub geschlagen, als es der erst seit Mitte der Woche in den Startlisten verzeichneten Laura Hottenrott gelang, einen kleinen Vorsprung herauszulaufen. Und dieser wuchs von Kilometer zu Kilometer auf der stark in Wellen hinaufführenden Strecke von 7,03 km und 639 Höhenmetern zum Zielhang. Knapp dreißig Sekunden dahinter kam ihre Regensburger Konkurrentin ins Ziel, die erst am frühen Morgen aus dem Höhentrainingslager in St. Moritz angereist war. Im Regensburger Tross war auch Maximilian Zeus angereist, der überraschend sicher nach 2017 und 2018 den dritten Meistertitel seiner Karriere in 32:06 Minuten erlaufen konnte.

Der Start bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften in den Ammergauer Alpen war bei Laura Hottenrott keineswegs geplant, sondern vielmehr ein Start beim BMW Berlin Marathon. „Die Gespräche über einen Start in Berlin mit dem für die Athletenverpflichtung zuständigen Mark Milde liefen für uns enttäuschend, sodass ich mich über meinen Verein kurzfristig zu den Berglaufmeisterschaften nachmelden ließ“, so Laura Hoffenrott. Eine sicherlich in der Saisonbilanz des Olympiajahres doch glückliche Entscheidung mit letztlich dem ersten Meistertitel. „Wir haben uns nach dem Frust im Frühjahr entschlossen, in den Sommermonaten einmal andere Prioritäten zu setzen. Der Jungfrau-Marathon war ein tolles Erlebnis, es hat einfach nur Spaß gemacht!“

Aber nicht alleine Laura Hottenrott holte einen Titel nach Hessen. Denn die hessischen Starterinnen erwiesen sich mit gleich vier (!) Läuferinnen unter den Top 10 überaus stark. Die W45-Weltmeisterin Simone Raatz (ASC Darmstadt) zeigte eine überaus starke Leistung und wurde Gesamtsechste in 40:27 Minuten – und damit auch mit beträchtlichem Vorsprung W45-Meisterin. Für die 45jährige war dies nach der Weltmeisterschaft in Telfes, dem 5000 m-Sieg in Baunatal nun bereits der dritte Titel innerhalb von drei Wochen.

Und die Überraschungen gingen weiter: Auf Rang sieben folgte bereits mit Svenja Clemens (LG Odenwald) nach 40:53 Minuten die schnellste U20-Läuferin. Neben Svenja wurde bei der Siegerehrung der U20-Kategorie auch Nessrin Amerschläger (SSC Hanau-Rodenbach) geehrt, die in 43:32 die Bronzemedaille gewann. Auf dem obersten Podest bei den Siegerehrungen stand auch einmal mehr Margret Göttnauer (LG Bad Soden/ Sulzbach/ Neuenhain), die mit 54:31 Minuten die W65-Klasse gewinnen konnte.

Abgerundet wurden die HLV-Siege im weiblichen Bereich durch die U20-Mannschaft des SSC Hanau-Rodenbach, die mit Nessrin Amerschläger, Lea Blandamura und Constanze Paoli die Teamwertung auf die Gesamtzeit von 2:15:16 Stunden kamen. Und diese drei SSC-Girls waren zudem auch die drittbeste deutsche Mannschaft „overall“ hinter dem PTSV Rosenheim (2:11:47) und der SG Wenden (2:12:11).

Bei den Männern konnte Jörn Harland (SSC Hanau-Rodenbach) den einzigen Titel nach Hessen holen. In 35:58 Minuten lag der 40jährige eine halbe Minute vor dem Schwarzwälder Roland Golderer in der M40-Mastersklasse. Die vielleicht wertvollste Mannschaftsmedaille holte das Team des SSC Hanau-Rodenbach bei den Männern (über alle Klassen hinweg gewertet) mit Marius und Lukas Abele und Jörn Harland hinter der LG Telis-Finanz Regensburg (1:38:56) und der SG Wenden (1:42:32) in 1:46:34 Stunden als Dritter.

Jeweils mit Silbermedaillen wurden zudem die Teams des Laufteam Kassel in der W50-75 sowie des SSC Hanau-Rodenbach in der mU20- und M40/45-Klasse ausgezeichnet